Neuigkeiten vom Bund - Allgemeines

In kleinen Schritten verändern

In kleinen Schritten verändern

Das Präsidium hat das Entwicklungsteam eingesetzt, um in kleinen Schritten den Bund zu verändern. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der regionalen und überregionalen Arbeit des BEFG lernten bei einem Agilitätstraining die Arbeitsweise des Entwicklungsteams kennen, um neue Impulse im BEFG zu setzen.

Das Entwicklungsteam des Bundes hat am 25. Februar zu einem Agilitätstraining in die EFG Potsdam eingeladen. Die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Dienstbereichen in Elstal, den Landesverbänden und dem GJW lernten dabei eine agile Arbeitsweise kennen. Diese Arbeitsweise folge dem Prinzip, dass Projekte selbstorganisiert und nutzenorientiert in kleinen Teilschritten innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens durchgeführt werden und so zeitnah ein überprüfbares Ergebnis hervorbringen, erklärte André Häusling, der das Training leitete. Er und seine Firma „HR Pioneers“ beschäftigen sich damit, Strukturen innerhalb von Organisationen durch agile Werte und Prinzipien neu zu gestalten.

Das Agilitätstraining hatte das Ziel, den im Bund angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern agiles Arbeiten nicht nur theoretisch beizubringen, sondern auch praktisch erlebbar zu vermitteln. Die Teilnehmenden spielten das sogenannte „Ball Point Game“, bei dem Bälle ohne Bodenkontakt, jedoch so, dass alle sie mindestens einmal berührt haben, an einen Zielort gelangen müssen. Es verdeutlichte zum Beispiel die Selbstorganisation des Teams und das Pull-Prinzip, dass jede und jeder die Aufgabe, die vor einem liegt, fokussiert angeht – mit Ziel, aber ohne fertiges Endkonzept. In mehreren Runden war zudem eine Qualitätssteigerung der Ergebnisse zu beobachten. Agile Prozesse können auf diese Weise die Struktur von Organisationen verändern.###3_IMAGES###Für Veränderungen gebe es stets innere und äußere Treiber, so Häusling. Sie seien Gründe dafür, die Arbeitsweise und Struktur einer Organisation zu überdenken. Die Teilnehmenden benannten im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zum Beispiel die abnehmende konfessionelle Bindung oder die Überalterung von Gemeinden als treibende Faktoren. Aus diesen Gründen, die für eine Veränderung sprechen, entwickelten die Teilnehmenden Zielbilder, wie die Zusammenarbeit der Freikirchen, und überlegten sich, wie sie dieses Ziel mit konkreten, kleinen Schritten angehen wollen. Auf diese Weise arbeitet auch das Entwicklungsteam, das vom Präsidium des BEFG eingesetzt wurde. Es soll neue Ideen und Projekte ausprobieren, um die Struktur des Bundes gegebenenfalls an die Bedürfnisse und Herausforderungen von Gemeinden und Landesverbänden sowie an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Daher werden in Zukunft weitere Agilitätstrainings angeboten, so Stefan ter Haseborg, Leiter des Entwicklungsteams.

Das Entwicklungsteam ist unter e-team(at)baptisten.de zu erreichen und freut sich über Frage und Ideen. ...

Neu. Starten. Durchstarten.

Neu. Starten. Durchstarten.

Wie kann der Glaube in der heutigen Zeit überzeugend weitergegeben werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Seminar „Neu. Starten. Durchstarten.“ vom Arbeitskreis Mission im Landesverband Norddeutschland.

Während des ersten Seminartages im November 2019 hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Anleitung von Pastor i.R. Gunter Stein aus Dortmund über ihr persönliches Glaubensleben nachgedacht und sich darüber ausgetauscht. Gunter Stein hatte den Tag durch seine Referate und seine einfühlsame Art zu einem sehr persönlichen Seminartag gemacht, der alle Beteiligten über das Besondere ihres eigenen Glaubens an Jesus Christus nachdenken ließ. Der Referent machte Mut, sich seines eigenen Glaubens gewiss zu sein und mit Hingabe den Weg der Nachfolge zu gestalten. Dabei sei es wichtig, immer Hörender zu bleiben, um aufmerksam zu sein für das Wirken des Heiligen Geistes.

Im Februar beim zweiten Treffen der Seminarreihe zu Fragen des persönlichen Glaubenslebens und zu aktuellen Gemeindefragen waren 25 Teilnehmende aus dem ganzen Landesverband in der EFG Eimsbüttel, Tresckowstrasse, zusammengekommen. Dieses Mal referierte Raphael Stein, Pastor in der EFG Stelle bei Hamburg. Raphael Stein legte in seinen Überlegungen einen Schwerpunkt auf das gesellschaftliche Umfeld des Christseins und Gemeindelebens. Anhand der aktuellen Sinusstudie gab er kurze Erläuterungen zu den unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus und ermutigte die Seminarteilnehmenden dazu, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, um in dem Umfeld, in dem sie leben, Kontakt zu Menschen zu gestalten und das Evangelium auf jeweils angemessene Weise weiterzugeben. Er machte auch deutlich, dass alle Mission ihren Ursprung in der Mission Gottes, der Sendung Jesu auf diese Welt, hat. Die Mission Gottes, so Raphael Stein, unterscheide nicht zwischen diakonischem Handeln und evangelistischer Verkündigung.

Wie schon am ersten Seminartag wechselten sich auch am zweiten Seminartag Vortragsteile, Austauschrunden und Gesprächsgruppen ab. Die Gemeinde Eimsbüttel hatte an beiden Tagen für einen rundum wohltuendes Äußeres gesorgt und zum Gelingen der Tage einen großen Teil beigetragen.

Am letzten Seminartag wird Pastor Carsten Hokema, EFG Hamburg-Altona, durch den Tag leiten und referieren. Dann wird es um die Frage gehen, wie der persönliche Glaube in einer multioptionalen und immer stärker divergierenden Gesellschaft und auch ganz persönlich an einzelnen Mitmenschen konkret und einladend weitergegeben werden kann. Der Tag will zu neuer persönlicher Sprachfähigkeit des Glaubens verhelfen.

 Das nächste und letzte Seminar, zu dem weitere Interessierte sich noch anmelden können (E-Mail an pastor(at)christuskirche.de), wird am Samstag, 18. April, von 10:00 bis 17:00 Uhr wieder in der EFG Eimsbüttel stattfinden....

Mit Enthusiasmus für einen guten Sound sorgen

Mit Enthusiasmus für einen guten Sound sorgen

Seit 20 Jahren bietet Dr. Andreas Langbehn in Elstal Seminare für Tontechnikerinnen und Tontechniker aus Gemeinden an. Er ist Lehrbeauftragter für Musikpädagogik an der Universität der Künste in Berlin. Mittlerweile konnten schon über 1.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von dem Angebot profitieren. Welche Bedeutung diese Arbeit für die Gemeinden hat und wie sich die Tontechnik in den letzten 20 Jahren entwickelt hat – darüber sprach Andreas Langbehn (AL) in einem Interview mit Julia Grundmann (JG).
JG: Kannst du dich noch an das allererste Tontechnikseminar erinnern?
AL: Ja klar, daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich bin damals voller Enthusiasmus gestartet. Freitagnachmittag fing das Seminar an und eine halbe Stunde vor Mitternacht habe ich zum ersten Mal wieder auf die Uhr gesehen. Am Samstag habe ich dann ein Zehn-Stunden-Programm „durchgezogen“. Ich musste erst lernen, dass Pausen auch „Musik sind“, um als Musiker zu sprechen. Sie sind auch deshalb wertvoll, weil es hier zum Austausch zwischen den verschiedenen Teilnehmern kommt. Eine sehr wichtige und motivierende Komponente.
JG: Deine Seminare richten sich in erster Linie an Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Gerade in Bezug auf die Tontechnik hat sich da in den letzten 20 Jahren ja einiges verändert.
AL: Das stimmt. Die Tontechnik ist in den meisten Gemeinden viel komplexer geworden. Bands oder Musikteams gehören mittlerweile zum Standard und erfordern eine immer bessere Tontechnik. Der Trend geht natürlich zu Multimedia, also auch Beamer- und Videotechnik haben sich dazugesellt. Wohl jede zweite Gemeinde ist inzwischen mit digitalen Mischpulten ausgestattet. War vor 20 Jahren Tontechnik noch eine Männerdomäne, so hatten wir beispielsweise beim letzten Seminar in Elstal über dreißig Prozent Frauen dabei.
 
JG: Du hast mal gesagt „Wer in seiner Gemeinde für den richtigen Ton sorgt, leistet missionarische Arbeit.“ Wieso?
AL: Willow Creek hat uns bereits vor gut 20 Jahren auf beeindruckende Weise gezeigt, wie gerade ein attraktiver Gottesdienst eine tolle Möglichkeit ist, um mit Kirchendistanzierten in Kontakt zu kommen. Musik und Multimedia haben dabei einen hohen Stellenwert, weil die Menschen dadurch sowohl rational als auch emotional angesprochen werden können. Durch gekonnt eingesetzte Tontechnik kommt das Ganze dann noch besser zu Geltung.
JG: Gibt es Seminarerlebnisse, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?
AL: Ja! Sehr begeistert war ich von den beiden über 70jährigen Diakonissen, die in ihrer Kirchengemeinde für den richtigen Sound sorgen wollten. Ein Teilnehmer ist mal mit Wohnmobil angereist, weil die Zimmer ausgebucht waren, er aber unbedingt am Seminar teilnehmen wollte. Wenn jemand bereits zum fünften Mal an einem Seminar teilnimmt, freut mich das natürlich auch, heißt es doch, dass er jedes Mal was Neues lernt. Und wenn ich nach Jahren von ehemaligen Teilnehmern höre, dass sie mittlerweile selbst leitend für den guten Sound verantwortlich sind, motiviert mich das sehr, mit Schulung und Coaching weiterzumachen.
Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn sich in den nächsten Jahren weiterhin so viele Tontechniker schulen lassen bzw. Gemeinden Tontechniker nach Elstal schicken oder Vorortseminare bei mir buchen. Tontechniker werden mehr denn je gebraucht! ...

Vom Dunkeln zum Licht

Vom Dunkeln zum Licht

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, so der Künstler Paul Klee. Bei einem Workshop der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal haben die Teilnehmenden die Jahreslosung sichtbar gemacht. Teilnehmerin Carla Fischer beschreibt den künstlerischen Weg vom Dunkeln zum Licht.

Man sieht eine bunte Mischung von Menschen an diesem Morgen in der Bernhard-Göring-Straße. Eine bunte Mischung von Gesichtern und Ausdrücken darin, von Erwartungen, Nationalitäten und Altersgruppen. Ulrike Korn, freischaffende Künstlerin und Mitglied der Baptistengemeinde Leipzig, begrüßt die einzelnen Teilnehmenden, stellt sie einander vor und verbindet jeden im Raum mit einem Lächeln.

Künstlerisch wird heute die Jahreslosung „Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24) gestaltet und verstanden, erspürt und erfasst. Dabei geht es ebenso um die Schaffenden wie um das zu Schaffende, geht es um die Verbindung zwischen dem Künstler und seinem Werk, um die Inspiration und die Welt, die sich zwischen diesen Pfeilern spannt. Und so beginnt der Tag, indem ein jeder seinen Namen in ein schwarzes Kärtchen ritzt, wodurch die Buchstaben leuchtend bunt zum Vorschein kommen und ganz bewusst ein Sinnbild für die Personen hinter den Namen werden: einzigartig und wunderbar – ein Gefühl der Wertschätzung, das Leitmotiv des Workshops wird.

Die einen suchen Anschluss und Gemeinschaft, die anderen Inspiration für den Alltag und schlichtweg Neues. Doch jeden Einzelnen verbindet das Interesse an der Kunst und eine starke Identifikation mit der Losung – das Pendeln zwischen Glaube, Unglaube und Hoffnung und der Wunsch den Bibeltext für sich mit mehr anzureichern als den eigenen Assoziationen und Gefühlen.

„Vom Dunkeln zum Licht“ ist der Titel der ersten Arbeitsphase und während sich alle um eine lange Straße aus Papier versammeln, verteilt Ulrike Paletten mit schwarzer Farbe und ermutigt die Teilnehmer diese zu mischen, dem Schwarz ein Gesicht zu geben. Denn: „Schwarz ist nicht gleich Schwarz!“. Und während erst zögerlich und dann immer mutiger gewalzt und gestrichen wird, schließt sich die dunkle Fläche – wortwörtliche Dunkelheit. Ein Anfangspunkt und Basis für das, was da noch folgen wird. „Malt Licht!“ ist die zweite Anweisung und plötzlich kommt Bewegung in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für die einen ist Licht ein helles Blau, für die nächsten Orange, Gelb oder die Mischung aus Farben. Bunt wird es und die Papierstraße zur Lichtstraße zwischen den Künstlern. Keiner arbeitet mehr an nur einem Bild, es wird ein Gemeinsames geschaffen – die Plätze getauscht. „Vertrauen“ nennt es eine der Teilnehmerinnen. Das sei es was man hier lerne. Seine in Acryl gebrachten Gedanken und Gefühle dem nächsten zu überlassen, sie abzugeben, sich zu öffnen und sich nicht hemmen zu lassen im eigenen Empfinden. „Freiheit“ nennt es eine andere. „Allein bin ich eingeschränkt“ sagt sie. In der Gruppe führt der Gedanke des einen zum Gedanken des anderen. Alles fließt ineinander über und alles, was entsteht, ist neu und gemeinsam. ###3_IMAGES###Der Pastor André Krause beschäftigt sich hingegen mit dem Text an sich, lässt die Teilnehmenden die Energie der Bibelstelle erspüren, lässt sie in verteilten Rollen lesen und eröffnet dadurch einen weiteren Zugang, der all das, was noch kommt, unterfüttert. Gemeinsam erschließt sich die Gruppe im Gespräch Höhe- und Tiefpunkt des Textes und findet zum Zentrum, zur Kernaussage: dem diesjährigen Losungstext. Ein Hilferuf in tiefster Not, getragen von dem Spannungsverhältnis zwischen Glaube und Unglauben. Diesen zwei Beinen, auf denen wir stehen, diesen zwei Polen in jedem von uns und dazwischen das Seil, auf dem wir alle balancieren. Und wieder kommen wir zurück auf den Vertrauensgedanken: die Notwendigkeit von Vertrauen, auch in größter Verzweiflung. Vertrauen auf Gott und Jesus, auf Heilung und Vertrauen ins Gebet. Drum ist „balancieren“ vielleicht doch nicht der richtige Begriff, denn wir dürfen uns tragen lassen. „Wir müssen uns nicht festklammern.“ Erzählt eine weitere Teilnehmerin und beschreibt die Erfahrung eines anderen Gemeindemitglieds. Es ist kein Kraftakt, zu glauben und kein Kraftakt bei Gott zu sein, denn er ist immer da und hält uns, wo wir gehen und stehen.

„Hilf meinem Unglauben.“ Lesen die Teilnehmenden in ihren unterschiedlichen Muttersprachen und fast ist es, als sei es eine einzige. Denn die Kraft der Worte ist für jeden spürbar, ganz egal, ob man der Sprache mächtig ist. Und so verbreitet sich langsam ein Verstehen, neue Assoziationen und tatsächliche Gemeinschaft auf diesem Weg, den alle zusammengehen. Und so beginnen wir im nächsten Schritt uns selbst darin zu reflektieren, suchen uns und unsere Glaubenssätze in dem geschaffenen Bild. Jeder schneidet postkartengroße Flächen heraus, sucht sich seinen Blick auf die Welt und so stobt die Lichtfläche auseinander, in viele kleine Blätter, jedes eine Geschichte, ein Aspekt – eben jedes ein Glaubenssatz. Immer wieder verweist Ulrike dabei auf Paul Klee mit seinem berühmten Satz: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Vom Dunkeln zum Licht. Alles scheint ineinander zu greifen, sich wiederaufzunehmen. So auch die unterschiedlichen bildnerischen Mittel, welche ebenfalls laut Paul Klee Voraussetzung seien, um Gefühle auszudrücken, sich zu artikulieren. Herauskratzen, helle Buchstaben auf dunklen Grund, aufmalen, bunte Farben auf schwarzer Fläche, den eigenen Blickwinkel suchen und nun die Linie. Zeichnen, mit Wachsstiften auf schwarzem Papier. „Einen Spaziergang“ nennt es Ulrike und verweist auf die schöpferische Konfession Klees. Die Linie geht nach vorne, um einen Acker herum, zurück. Neue Welten entstehen auf dem Papier und die Künstler finden nicht nur zu ihrer eigenen Ausdrucksweise, sondern üben sich schon in dem, was nun auf sie wartet. Der Stencil-Technik folgend fertigt jeder mithilfe eines selbstgewählten Fotos eine Schablone und sprayt das Bild mit Farbdosen auf eine Leinwand. Neben den Einzelwerken entsteht auch ein weiteres Gemeinschaftsbild. „Die Gemeinde ist der Leib – und jedes seiner Glieder gleich wichtig“, sagt Ulrike und tatsächlich ist aus den Teilnehmenden eine Gemeinde geworden, geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Liebe, geeint im Glauben und dem Blick auf das Licht im Dunkeln. So geht jede und jeder nach diesem außergewöhnlichen Tag getragen und bereichert – bestätigt und ruhig....

„Da will ich hin!“

„Da will ich hin!“

Bei der Fortbildung im Anfangsdienst vom 17. bis 21. Februar lernten die Teilnehmenden, auf innovative Art und Weise Gottesdienste und Predigten zu gestalten.

„Da will ich hin!“ Zwanzig Leute bewegen sich durch den Lehrsaal, nehmen mit diesem Satz jeweils ein neues Ziel in den Blick und gehen hin. Was für den Zuschauer komisch aussieht, ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fortbildung im Anfangsdienst eine wertvolle Übung: mit Felix Ritter, Dramaturg aus Amsterdam, trainieren sie ihre Präsenz im Gottesdienst. „Felix Ritter hat mich in den Bann gezogen, mich herausgefordert und in neue Welten entführt,“ sagt einer von ihnen begeistert. Einen Tag lang lernten die jungen Leute „Predigen wie TED“: eine Botschaft kurz und klar präsentieren, mit einer persönlichen Geschichte und aus wenigen Stichworten. Am Ende des Tages waren zwanzig 1-Minuten-Predigten zu hören, die es in sich hatten!

Neben den intensiven Übungen zur Präsenz und Präsentation hatte die Fortbildung zwei weitere Schwerpunkte. Dr. Thorsten Dietz, Professor für Systematische Theologie in Marburg, entführte die Gruppe gedanklich ins Kino und zeigte anhand aktueller Filme und Serien, wie man heute über Sünde reden kann. Dr. Guido Baltes, Dozent in Marburg, erklärte und diskutierte mit den Teilnehmenden die Bedeutung der Musik im Gottesdienst. Ganz praktisch wurde das bei der Vorbereitung und Gestaltung des Abschlussgottesdienstes der Fortbildung.

Vier Tage in Elstal, die nicht nur von intensivem Lernen, sondern auch vom fröhlichen Wiedersehen mit Studienfreunden und Kolleginnen geprägt waren. Die Akademie freut sich, auf diese Weise den wertvollen Dienst von Pastorinnen und Pastoren und Diakoninnen unterstützen zu können, und bereitet sich auf die nächste Fortbildung im September vor, bei der zum Beispiel „Theologisieren mit Kindern“ und „Jugendarbeit und Medien“ auf dem Programm stehen....

Teppiche für den Iran

Teppiche für den Iran

Zwei baptistische Bischöfe aus Georgien reisten in den einst verfeindeten Iran, um dort mit der Unterstützung von German Baptist Aid Obdachlosen zu helfen. Ein Reisebericht von Bischof Ilia Osephashvili.

Am 4. Januar flog ich zusammen mit Bischof Malkhaz Songulashvili in den Iran. Einen Tag zuvor war in Bagdad der iranische General Qassem Soleimani zusammen mit seinen Kollegen ermordet worden. Und das ganze Land trauerte.

Zusammen mit German Baptist Aid haben wir ein soziales Projekt für die Obdachlosen im Iran ins Leben gerufen. Denn im März 2019 wurden einige iranische Provinzen überschwemmt. Nach offiziellen Angaben sind dabei 70 Menschen ums Leben gekommen und 86.000 obdachlos geworden. Auf Initiative von Bischof Malkhaz Songulashvili hin trafen wir die Entscheidung, für 100 betroffene Familien Teppiche zu erwerben. Warum Teppiche? Weil sie praktisch im Alltag verwendet werden. Teppiche sind im Iran essentiell. An den meisten Orten haben wir auf Teppichen zusammen mit unseren Gastgebern gegessen und Tee getrunken.

Ein schiitischer Wissenschaftler und Geistlicher georgischer Herkunft, Herr Akkbar Moghadassi, half uns, die Teppiche bei einem Werk in der Stadt Kaschan (Provinz Isfahan) zu bestellen. Der Chef dieses Werkes war so begeistert, dass wir – die christlichen Bischöfe – den muslimischen Obdachlosen helfen wollten, dass er für unser Projekt zusätzlich 125 Teppiche spendete. Also konnten wir statt 100 Familien 225 Familien helfen. Als Zeichen des Respekts bekamen wir in diesem Werk Porträtteppiche von uns geschenkt und das war nicht alles… Sie fertigten extra für uns noch Teppiche mit dem Abendmahlsbild an.###3_IMAGES###Wir besuchten die Dörfer der Provinz Lorestan, die von der Überschwemmung völlig zerstört worden waren. An vielen Orten konnten wir nur noch die Spuren der einstigen Dörfer erkennen. Es war ein schönes Erlebnis, den geretteten Dorfbewohnern zu begegnen. Sie luden uns herzlich in ihre Zelte ein und bewirteten uns gastfreundlich mit frischer Kuhmilch. 

Die Geschichte Georgiens kennt eine schlimme Feindschaft mit dem Iran, damals Persien. Im 17. Jahrhundert schlug Schah Abass der Große Ostgeorgien viermal vernichtend und etwa 100.000 Georgier wurden in den Iran verschleppt. Seither gibt es in der Provinz Isfahan, in Fereydan, eine georgische Diaspora. Die Georgier haben im Iran ihre Muttersprache behalten, sind aber zum Islam konvertiert. Herr Akkbar Moghadassi gehört zur georgischen Diaspora. 

Im Iran besuchten wir auch geschichtlich interessante Orte wie Persepolis, Pasargade und Naqsch-e-Rostam. Wir beteten zum Beispiel am Grab von Kyros II. (580-530 v. Chr.), der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft befreit und ihnen das Recht gegeben hatte, zurückzukehren und den Tempel aufzubauen (Esra 1).

Wir sind Gott sehr dankbar für diese Reise in den Iran. Die Zusammenarbeit der Evangelisch-Baptistischen Kirche von Georgien mit German Baptist Aid hat uns ermöglicht, Brücken des Friedens zwischen Christen und Muslimen aufzubauen....